Archiv der Kategorie 'Kommuniqué'

Kommuniqué EZLN: ´Ein Haus – Andere Welten`

Ein Haus – andere Welten.

Juli-August-September 2016.
Wen es angeht.

Betrifft: Einladung zu »CompArte und ConCiencia für die Menschheit«.

Ja, wir wissen. Da sind Tage und Nächte, wo die Bitternis als der einzige Horizont erscheint. Schleppende Schritte – wegen dem Schmerz, der Wut, der Empörung; ständig auf die impertinenten Blicke aus Zynismus und Desillusionierung stoßend; die inthronisierte Dummheit auf den Regierungsposten und in Umfragen; die Simulation als Form des Lebens; die manische Lüge als Taktik und Strategie; die Oberflächlichkeit als Kultur, Kunst und Wissenschaft; die formierte Verachtung gegen das Differente (»Schlimm ist nicht, dass das Andere existiert, sondern dass es sich zeigt.«); die Resignation im Mengenrabatt auf dem politischen Markt (»Es bleibt nicht einmal die Wahl des geringst Schlechten, sondern nur noch die des geringst Skandalösen.«). Ja, schwierig. Jedes mal schwieriger. Als ob die Nacht sich ausdehne und der Tag seinen Lauf so lange hinauszögere, bevor nicht – niemand, nichts – den Weg frei geschaufelt hat. Als ob es keine Atempause gäbe. Das Monster in allen Winkeln, Plätzen, Straßen lauere.

Und trotz all dem, oder genauer gesagt, wegen all dem, schicken wir diese Einladung. (mehr…)

Kommuniqué EZLN zum Festival CompArte und der aktuellen Situation in Mexiko

Die Lehren im Juni.

Juli 2016.

Compañeras, Compañeros und Compañeroas der Sexta in Mexiko und auf der ganzen Welt:

Künstler*Innen der fünf Kontinente:

Lehrerschaft im Widerstand:

Wir schicken euch allen unsere Grüße, zusammen mit den Grüßen der indigenen zapatistischen Comunidades. Wir schreiben euch diesen Brief um zu erzählen, was wir in diesem vergangenen Monat Juni gehört und gesehen haben und um euch über eine Entscheidung zu informieren, die wir als Zapatist*Innen die wir sind, getroffen haben. Nun denn: (mehr…)

Neues Kommuniqué EZLN

Die Stunde des Polizisten 4

Aus dem Spoiler-Heft des Gato-Perro

Juni 2016.

.- Es ist die Frage. Was wäre der adäquateste homogene Vergleich für den trübseligen und grauen Hilfsverwalter und Polizei-Anwärter?

Aurelio Donald Nuño Trump?
Aurelio Ramsey Nuño Bolton?

Wir glauben, seinem Blut-Durst und seiner Feigheit entsprechend, bliebe am ehesten der zweite Vergleich bestehen.

So wie in der Fernseh-Serie, „Games of Thrones“, Ramsey Bolton von den Hunden gefressen wird, die er zuvor einsetzte, um andere zu attackieren, so werden an Nuño die Bezahl-Medien – die er vorher benutzte, um die Lehrerschaft im Widerstand, um die Comunidades und solidarischen Organisationen zu verschweigen, zu bedrohen und anzugreifen – ihre Wut auslassen, wenn er fällt.

Gleichsam wird man morgen sagen können:

“Deine Worte werden verschwinden.
Dein Haus wird verschwinden.
Dein Name wird verschwinden.
Jegliche Erinnerung an dich wird vergehen.”

An ihn und an das gesamte System, dem er dient.

Die Zeit wird es bestätigen.

Wau-Miau.

Original: http://enlacezapatista.ezln.org.mx/2016/06/23/la-hora-del-policia-4-del-cuaderno-de-spoilers-del-gato-perro/

Kommuniqué des CNI & EZLN zu Oaxaca

MITTEN IM STURM.

Gemeinsames Kommunique des Nationalen Indigenen Kongresses und der EZLN zum feigen Polizeiübergriff auf die Coordinadora Nacional de Trabajadores de la Educación und die indigene Gemeinde von Nochixtlán, Oaxaca.

20. Juni 2016.

An das mexikanische Volk.

An alle Menschen auf der Welt:

Angesichts des feigen und repressiven Angriffes, den die Lehrer, Lehrerinnen und die Gemeinde von Nochixtlán, Oaxaca erlitten haben und womit uns der mexikanische Staat deutlich macht, dass es sich hier um einen Krieg gegen alle handelt, sagen wir Völker, Nationen und Tribus, die wir den Nationalen Indigenen Kongress bilden gemeinsam mit der zapatistischen Armee der nationalen Befreiung der Lehrerschaft, dass sie nicht allein ist. Wir wissen, dass das Recht und die Wahrheit auf ihrer Seite sind, wir wissen, dass die kollektive Würde, die sich in diesem Widerstand ausdrückt nicht gebeugt werden kann. Denn das ist die wichtigste Waffe von uns, die wir unten sind.

Wir verurteilen aufs Schärfste die Eskalation der Repression, womit versucht wird, im ganzen Land die neoliberale, kapitalistische Reform durchzudrücken. Sie nennen sie ¨Erziehungsreform¨, vor allem geschieht das in den Bundesländern Oaxaca, Chiapas, Guerrero und Michoacán. Sie versuchen, mit Drohungen, Anfeindungen, Anschlägen, grundlosen Einkerkerungen und jetzt mit Morden, die Würde der widerständischen Lehrerschaft zu beugen. (mehr…)

Neues Kommuniqué EZLN

Anmerkung über den Krieg gegen die Lehrer_innen im Widerstand:
(Die Stunde des Polizisten 3).

Juni 2016.

Aus dem Notizheft des GatoPerro:

.- Wir wissen es nicht für den Rest des Landes, jedoch in Chiapas sind die Oberen den medialen Krieg am Verlieren.

Wir haben komplette Familien gesehen, im ländlichen wie im städtischen Bereich, die die Lehrerschaft unterstützen. Und wir beziehen uns damit nicht auf Unterstützung in der Art von: „Diese Faust, die lässt sich sehen“ oder: „Das vereinte Volk wird niemals besiegt werden“, – diese Parolen, die trotz der Distanz zwischen Kalendern und Geographien weiter die gleichen sind, weil unten die Solidarität weiterhin das Grundprinzip ist. Wenn in früheren Mobilisierungen der rebellischen Lehrerschaft die „Bürger“ (ein Begriff, der die Ungleichheit versteckt) sich verärgert und überdrüssig zeigten, so haben die Dinge sich jetzt verändert.

Immer mehr Familien helfen den Lehrern, unterstützen sie in ihren Mobilisierungen und Märschen, sie ängstigen sich, wenn diese angegriffen werden, sie bieten ihnen Lebensmittel, Getränke und Zufluchtsorte an. Nach der Bewertung der WahlLinken sind diese Familien vom Fernsehen „verroht“, sie sind „StullenFresser“, „entfremdet“, „werden geführt“, „haben kein Bewusstsein“. Scheinbar jedoch ist die ungeheure MedienKampagne gegen die Lehrerschaft im Widerstand gescheitert. Die Widerstandsbewegung gegen die Bildungsreform hat sich in einen Spiegel verwandelt für immer mehr LeuteLeute (das heißt, Leute, die keiner sozialen Organisation oder Partei angehören, sondern einfache Leute sind). Als ob ein kollektives Gefühl von Dringlichkeit angesichts der Tragödie, die herannaht, erwacht wäre. Als ob jeder Hieb mit dem Schlagstock, jede GasGranate, jedes GummiGeschoss, jeder Haftbefehl, die beredte Parole ausgäbe: „Heute greife ich sie, greife ich ihn an; morgen geht es dir an den Kragen.“ Vielleicht stehen deshalb hinter jedem der Lehrer ganze Familien, die mit seiner Sache, seinem Kampf sympathisieren. (mehr…)