Archiv für Juni 2016

Neues Kommuniqué EZLN

Die Stunde des Polizisten 4

Aus dem Spoiler-Heft des Gato-Perro

Juni 2016.

.- Es ist die Frage. Was wäre der adäquateste homogene Vergleich für den trübseligen und grauen Hilfsverwalter und Polizei-Anwärter?

Aurelio Donald Nuño Trump?
Aurelio Ramsey Nuño Bolton?

Wir glauben, seinem Blut-Durst und seiner Feigheit entsprechend, bliebe am ehesten der zweite Vergleich bestehen.

So wie in der Fernseh-Serie, „Games of Thrones“, Ramsey Bolton von den Hunden gefressen wird, die er zuvor einsetzte, um andere zu attackieren, so werden an Nuño die Bezahl-Medien – die er vorher benutzte, um die Lehrerschaft im Widerstand, um die Comunidades und solidarischen Organisationen zu verschweigen, zu bedrohen und anzugreifen – ihre Wut auslassen, wenn er fällt.

Gleichsam wird man morgen sagen können:

“Deine Worte werden verschwinden.
Dein Haus wird verschwinden.
Dein Name wird verschwinden.
Jegliche Erinnerung an dich wird vergehen.”

An ihn und an das gesamte System, dem er dient.

Die Zeit wird es bestätigen.

Wau-Miau.

Original: http://enlacezapatista.ezln.org.mx/2016/06/23/la-hora-del-policia-4-del-cuaderno-de-spoilers-del-gato-perro/

Berta Cáceres auf Todesliste des Militärs

Laut Aussagen eines ehemaligen Soldaten wurde Berta Cáceres von einer honduranischen Militäreinheit, die von einer US-amerikanischen Spezialeinheit ausgebildet wurde, umgebracht. Ihr Name soll auf einer Liste mit weiteren Sozial- und Umweltaktivist_innen gestanden haben.

Artikel (deutsch):
https://amerika21.de/2016/06/155036/berta-caceres-todesliste
https://www.npla.de/poonal/zeuge-caceres-wurde-von-soldaten-ermordet/

Kommuniqué des CNI & EZLN zu Oaxaca

MITTEN IM STURM.

Gemeinsames Kommunique des Nationalen Indigenen Kongresses und der EZLN zum feigen Polizeiübergriff auf die Coordinadora Nacional de Trabajadores de la Educación und die indigene Gemeinde von Nochixtlán, Oaxaca.

20. Juni 2016.

An das mexikanische Volk.

An alle Menschen auf der Welt:

Angesichts des feigen und repressiven Angriffes, den die Lehrer, Lehrerinnen und die Gemeinde von Nochixtlán, Oaxaca erlitten haben und womit uns der mexikanische Staat deutlich macht, dass es sich hier um einen Krieg gegen alle handelt, sagen wir Völker, Nationen und Tribus, die wir den Nationalen Indigenen Kongress bilden gemeinsam mit der zapatistischen Armee der nationalen Befreiung der Lehrerschaft, dass sie nicht allein ist. Wir wissen, dass das Recht und die Wahrheit auf ihrer Seite sind, wir wissen, dass die kollektive Würde, die sich in diesem Widerstand ausdrückt nicht gebeugt werden kann. Denn das ist die wichtigste Waffe von uns, die wir unten sind.

Wir verurteilen aufs Schärfste die Eskalation der Repression, womit versucht wird, im ganzen Land die neoliberale, kapitalistische Reform durchzudrücken. Sie nennen sie ¨Erziehungsreform¨, vor allem geschieht das in den Bundesländern Oaxaca, Chiapas, Guerrero und Michoacán. Sie versuchen, mit Drohungen, Anfeindungen, Anschlägen, grundlosen Einkerkerungen und jetzt mit Morden, die Würde der widerständischen Lehrerschaft zu beugen. (mehr…)

Eskalation und Tote in Oaxaca

Seit mehreren Wochen streikt die Lehrer*innen-Gewerkschaft CNTE in mehreren Bundesstaaten Mexikos. Dem sozialen Protest haben sich mittlerweile auch andere Angestellte des öffentlichen Dienstes und Teile der Zivilgesellschaft angeschlossen.
In Oaxaca gehen die Polizeieinheiten täglich härter gegen die Protestierenden vor. Auch beim heutigen Angriff auf eine Blockade bei Nochixtlán setzte die Polizei Tränengas, Gummigeschosse und Feuerwaffen ein, dabei wurden mindestens fünf Menschen getötet.

Artikel zur Lage in Oaxaca (deutsch): https://amerika21.de/2016/06/154643/traenengas-lehrerstreik-oaxaca

Neues Kommuniqué EZLN

Anmerkung über den Krieg gegen die Lehrer_innen im Widerstand:
(Die Stunde des Polizisten 3).

Juni 2016.

Aus dem Notizheft des GatoPerro:

.- Wir wissen es nicht für den Rest des Landes, jedoch in Chiapas sind die Oberen den medialen Krieg am Verlieren.

Wir haben komplette Familien gesehen, im ländlichen wie im städtischen Bereich, die die Lehrerschaft unterstützen. Und wir beziehen uns damit nicht auf Unterstützung in der Art von: „Diese Faust, die lässt sich sehen“ oder: „Das vereinte Volk wird niemals besiegt werden“, – diese Parolen, die trotz der Distanz zwischen Kalendern und Geographien weiter die gleichen sind, weil unten die Solidarität weiterhin das Grundprinzip ist. Wenn in früheren Mobilisierungen der rebellischen Lehrerschaft die „Bürger“ (ein Begriff, der die Ungleichheit versteckt) sich verärgert und überdrüssig zeigten, so haben die Dinge sich jetzt verändert.

Immer mehr Familien helfen den Lehrern, unterstützen sie in ihren Mobilisierungen und Märschen, sie ängstigen sich, wenn diese angegriffen werden, sie bieten ihnen Lebensmittel, Getränke und Zufluchtsorte an. Nach der Bewertung der WahlLinken sind diese Familien vom Fernsehen „verroht“, sie sind „StullenFresser“, „entfremdet“, „werden geführt“, „haben kein Bewusstsein“. Scheinbar jedoch ist die ungeheure MedienKampagne gegen die Lehrerschaft im Widerstand gescheitert. Die Widerstandsbewegung gegen die Bildungsreform hat sich in einen Spiegel verwandelt für immer mehr LeuteLeute (das heißt, Leute, die keiner sozialen Organisation oder Partei angehören, sondern einfache Leute sind). Als ob ein kollektives Gefühl von Dringlichkeit angesichts der Tragödie, die herannaht, erwacht wäre. Als ob jeder Hieb mit dem Schlagstock, jede GasGranate, jedes GummiGeschoss, jeder Haftbefehl, die beredte Parole ausgäbe: „Heute greife ich sie, greife ich ihn an; morgen geht es dir an den Kragen.“ Vielleicht stehen deshalb hinter jedem der Lehrer ganze Familien, die mit seiner Sache, seinem Kampf sympathisieren. (mehr…)