Archiv für Oktober 2014

Zapatistische Kaffeekooperativen brauchen Unterstützung

Anfang Oktober ist eine 4-köpfige Delegation von solidarischen Gruppen (Syn Allois aus Griechenland, Tatawelo aus Italien, Echange Solidaire aus Frankreich und wir von Aroma Zapatista), die zapatistischen Kaffee importieren, aus Mexiko zurück gekehrt.

Es fanden viele Gespräche mit den Kaffeekooperativen und den zapatistischen Räten der Guten Regierung statt. Leider haben wir keine guten Nachrichten mitgebracht: In Chiapas hat sich die Kaffeekrankheit La Roya (auch als Kaffeerost bekannt) sehr stark ausgebreitet. Auch die zapatistischen Kaffeekooperativen rechnen mit Ernteeinbußen bis zu 75% !!

Der Pilz La Roya, der vor einigen Jahren bereits in Mittelamerika große Teile der Kaffeeernten zerstört hat, führt dazu, dass die Kaffeepflanzen ihre Blätter verlieren und die Kaffeekirschen vor der Reife abfallen. Sind die Pflanzen stark befallen, können sie eingehen – ein Teil der Pflanzen ist bereits gestorben. Der Pilzbefall ist schwer zu bekämpfen; viel Zeit und Geld ist nötig, um die Pflanzen zu pflegen und von der Krankheit zu befreien.

Wichtig ist nun eine verstärkte Pflege der Kaffeefelder in Form von guter Düngung der Pflanzen, vermehrter Anbau von Schattenbäumen, Einsammeln der kranken Blätter sowie das Behandeln der Pflanzen mit Mikroorganismen und Pilzen, die wiederum den Roya-Pilz bekämpfen und Pflanzen und Boden stärken. Zudem ist der Aufbau von Baumschulen wichtig, um die abgestorbenen Pflanzen zu ersetzen.

Für die Zapatistas ist es eine fatale Situation: Auch wenn die rebellischen Gemeinden vor allem Nahrungsmittel zur Selbstversorgung anbauen, sind die Kaffee-Kooperativen doch ein relevanter Faktor im Widerstand. Für viele sind die Einnahmen aus dem Kaffeeverkauf die einzigen Einkommen. Compañer@s werden nun gezwungen sein, außerhalb ihrer Gemeinde arbeiten zu gehen, um Geld für notwendige Anschaffungen zu verdienen. Neben dieser schwierigen Lage hat zudem eine Dürreperiode in diesem Jahr eine sehr geringe Maisernte verursacht. Eigentlich könnten sie die Einnahmen aus dem Kaffeeverkauf gerade jetzt gut gebrauchen, um Mais dazu zu kaufen. Viele sind somit gleich doppelt betroffen.

Wir rufen daher zu einer Spendenkampagne für die zapatistischen Compañer@s auf, um sie bei ihrem fortlaufenden Aufbau von Selbstverwaltungsstrukturen – darunter fallen auch die Kaffee-Kooperativen – in dieser schwierigen Phase zu unterstützen. Die Spenden sollen für die oben genannten notwendigen Maßnahmen zur Erhaltung der Kaffeepflanzen, sowie für die Unterstützung der durch die Dürre betroffenen Gemeinden zur Verfügung gestellt werden.

Falls ihr Interesse an mehr Informationen habt, meldet euch gerne bei uns: kaffeekollektiv@aroma-zapatista.de

Bitte spendet bis zum 31.12.2014 an:

Spendenkonto 1:

Kaffeekollektiv Aroma Zapatista eGKaffeekollektiv Aroma Zapatista eG
GLS-Bank
IBAN: DE54 4306 0967 2039 2873 00
BIC: GENODEM1GLS
Stichwort: Spende Kaffeekrise

Spendenkonto 2:

Falls ihr eine Spendenbescheinigung möchtet, überweist eure Spende bitte auf folgendes Konto:

Partner Südmexikos e.V.Partner Südmexikos e.V.
Volksbank Böblingen
IBAN: DE30 6039 0000 0459 3900 07
BIC: GENODES1BBV
Stichwort: Spende Kaffeekrise

Wir und die Compas in Chiapas freuen uns,
wenn ihr die Spendenkampagne verbreitet und schicken euch gerne Flyer zum Verteilen zu.

Vielen Dank für eure Unterstützung!

https://www.aroma-zapatista.de

Video Demonstrationen in Solidarität mit Student*innen von Ayotzinapa

Anlässlich der Gewalt gegen Student*innen in Iguala, Guerrero am 27. September 2014, indessen Folge 43 Menschen verschwunden worden sind, fanden am 8. Oktober mexikoweit Protestdemonstrationen statt.
In San Cristóbal de Las Casas, Chiapas fanden zeitgleich 2 Demonstrationen – ein Schweigemarsch der Zapatistischen Unterstützungsbasen und eine lautstarke der ´Zivilgesellschaft` (Student*innenorganisationen, Gewerkschaften, Familien, Feminist*innen, Schüler*innen, soziale und politische Nichtregierungsorganisationen) – statt.

weitere Infos:
http://www.dw.de/mexikos-schrei-nach-gerechtigkeit/a-17986965
http://medicointernational.ch/projekte/mexiko/hintergruende/446