Archiv für Mai 2013

Aktivist in Chiapas ermordet

Juan Vázquez Guzmán

Juan Vázquez Guzmán, Aktivist aus San Sebastián Bachajón, Chiapas, wurde in der Nacht des 24. April 2013 vor seinem Haus durch sechs Schüsse getötet. Die Täter*innen sind noch nicht identifiziert und es bleibt abzuwarten, ob eine Untersuchung und Aufklärung des Mordes durch die mexikanischen Behörden stattfinden wird.

Juan war seit 2007 im Landkreis Chilón für die Verteidigung des Bodens (Ländereien) in seiner Gemeinde Bachajón gegen staatliche Enteignung aktiv eingetreten und engagierte sich in der mexikoweiten zivilgesellschaftlichen Otra Campaña/ La Sexta (Andere Kampagne).
Selbst Kleinbauer, setzte er sich für die Rechte der indigenen Kleinbäuerinnen und Kleinbauern in seiner Region ein, die v.a. durch staatlich forcierte Tourismusprojekte, im Gebiet der Wasserfälle ´Agua Azul`, in ihrer Existenzgrundlage bedroht sind. (mehr…)

Bericht der zivilen Beobachtungsmission in San Marcos Avilés

Zusammenfassung:

Das Netzwerk für den Frieden Chiapas (RED por la Paz Chiapas), bestehend aus verschiedenen zivilen Friedens- und Menschenrechtsorganisationen, führte am 21. und 22. April 2013 eine Beobachtungsmission in San Marcos Avilés, Landkreises Chilón, durch.

Während ihres Besuches in der gespaltenen Gemeinde wurden Zeug*innenaussagen der zapatistischen Unterstützungsbasis (BAEZLN), zu den Bedrohungen und Menschenrechtsverletzungen durch Parteianhänger*innen derselben Gemeinde, aufgenommen und die prekären Lebensbedingungen dokumentiert.

Die Beobachtungsmission stellte die gestiegenen Aggressionen und Bedrohungen der letzten Monate fest, was zu einer Situation genereller Unsicherheit für die BAEZLN, v.a. für die Frauen und Kinder, geführt hat. Dies spiegelt sich täglich darin wieder, dass die Frauen ihren Arbeiten außerhalb des Hauses nicht mehr nachgehen können, weil sie, wie von den Parteianhängern wiederholt angedroht, sexuelle Gewalt (Vergewaltigungen) befürchten müssen. Die Männer können nicht mehr alleine auf ihren Feldern arbeiten, sondern müssen stets in Gruppen ihrer Arbeit nachgehen, wobei sie mit dem Tod bedroht werden. Schließlich können auch die Kinder nicht mehr außerhalb des Hauses spielen (oder ihre Eltern mit wichtigen Aufgaben wie Feuerholzsuchen unterstützen), weil auch ihnen immer wieder Gewalt und Tod angedroht wird. (mehr…)